Drum Circle 1. Quartal

10. bis 11.09.2012, Ort: HPS
 
1. Drum Circle
Kleine und grössere SchülerInnen haben sich bereits vor dem Rhythmusraum der Schule versammelt, als Matthias Schiesser zu ihnen stösst. Die zappeligen Kinder sind noch zappeliger – was erwartet sie wohl? -, während sich einige Teenager hinter eine Tür drücken. Es fehlen noch Kinder, so dass man zuwartet. „Seid ihr wach?“ begrüsst M. Schiesser die Schar. Mit einfachen Worten erklärt er, was er und die Gruppe während der nächsten Stunde gemeinsam tun werden. „Doch zunächst spielen wir mit dem Instrument, das ihr mitgebracht und immer bei euch habt!“ Erstaunt schauen einige Kinder an sich herunter – welches Instrument meint er wohl? – doch schon fängt M. Schiesser an zu klatschen – laut, leise, schnell, langsamer, in verschiedenen Tonhöhen und Rhythmen. Sofort sind die meisten Kinder voll Konzentration dabei, alles wird eingesetzt: Hände, Mund, Beine, Bauch. Laut äussern die Kinder ihre Begeisterung, einige Mutige machen Laute vor, die von allen nachgeahmt werden.
 
Kennenlernen
Alle Kinder sind eingetroffen, begeben sich nun gruppenweise in den Raum. Im Kreis sind dort Stühle aufgestellt, bei jedem befindet sich ein Instrument: Rasseln, Glocken, verschiedene Trommeln, die sofort ausprobiert werden. Etliche Kinder wissen noch: So etwas haben wir doch schon einmal erlebt! Matthias steht in der Mitte und gibt Regieanweisungen. Viele Kinder verstehen sofort und setzen seine Körpersignale in rhythmische Geräusche um, während andere noch mit Staunen beschäftigt sind. Matthias möchte die Kinder besser kennen lernen: „Wer spielt ein Instrument? Welche Kinder gehen in dieselbe Klasse? Wer isst am liebsten Pizza? Wie seid ihr heute Morgen in die Schule gekommen?“ Geantwortet wird mit dem Instrument.  Grosses Gelächter bei der Frage: „Wer ist mit dem Helikopter gekommen?“ – Matthias geht ins Detail, erklärt und demonstriert die einzelnen Instrumente: Stocktrommel, Handtrommel, Rassel, Holzpflock, Glocke. Nach und nach werden die Instrumente zu einer Art Orchester zusammen geführt, verschiedene Rhythmen ausprobiert.
Nun werden die Rollen vertauscht: Die SchülerInnen werden zum Dirigent! Edion und Ramia haben genügend Selbstvertrauen, sich in den Kreis zu stellen und die anderen zu dirigieren – keine leichte Aufgabe. Während Edion jedes einzelne Instrument für sich spielen lässt, will Ramia alle Instrumente zum Tönen bringen. Mit Beifall werden beide für ihren Einsatz belohnt.
 
Keiner Ermüdungserscheinungen!
Die Zeit vergeht wie im Fluge, nur noch eine halbe Stunde verbleibt. Die Enge des Raumes wird jetzt spürbar, die Luft ist stickig – doch noch keine Ermüdungserscheinungen bei den Kindern! Es heisst Platzwechsel und damit ein neues Instrument zum Ausprobieren.
Matthias demonstriert zwei weitere Instrumente: die sprechende Trommel und das Gachon. Einige Kinder erinnern sich. Ein Echo-Dialog entsteht: Ein Kind gibt einen Rhythmus vor, die anderen antworten mit ihren Instrumenten. Jetzt getrauen sich auch einige stille Kinder, sie machen ihre Sache prima. Ein eingängiger Rhythmus entwickelt sich, alle nehmen ihn auf bis zu einem fast ohrenbetäubenden Spektakel. Die Kinder merken gar nicht, wie es immer anspruchsvoller wird: sechs leise lange Schläge, drei kurze laute, gespielt im Kanon mit zwei Gruppen! Die starken Schüler ziehen die noch unsicheren mit, so dass ein dynamisches Hin und Her entsteht und einen tollen Abschluss dieses ersten DrumCircles bildet.
Rundherum strahlende Gesichter, einige Kinder bedanken sich spontan bei Matthias, der sich von jedem Kind persönlich verabschiedet.
In jedem Quartal des Schuljahres gibt es ein weiteres gemeinsames Musizieren. Ich darf beim letzten Mal wieder dabei sein und bin gespannt, wie sich die Kinder dann weiter entwickelt haben.